1) Mediation und Prozess im Vergleich und als Verfahren für Problemlösungen
Die Mediation als Alternative zum Prozess, insbesondere in Familiensachen

Die Einführung der Mediation in unser Rechtssystem ist ähnlich sinnvoll, wie die  des Sicherheitsgurts für Autofahrer in den 70 er Jahren: Vermeidung unnötiger, insbesondere schwerer, Schäden.

Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit, auch für die Kommentare (Berichte von Betroffenen) zum Schluss. Zu diesem Teil kommen Sie auch direkt, wenn Sie den Link in der Seitenleiste unter „Aktuell“ anklicken. Der Kostenvergleich bleibt am Ende dieses Artikels.

Für viele Paare und Familien in schwierigen Situationen  wird es sich lohnen. Die Mediation hat sich auch in verschiedenen anderen Streitbereichen bewährt. Sie ist ein besonderes Verfahren zur Lösungsfindung bei Problemen, Auseinandersetzungen und Streit.

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20) Die Familienmediation wird in Deutschland weit unterschätzt.
Sie wird auch durch eingefahrene Strukturen und Machtpositionen systematisch verhindert. Zum Schaden der Familien.

Die transformative Mediation, wie ich sie in Familiensachen praktiziere,  kann man getrost als deutsche Weiterentwicklung anderer Mediationsarten, zB: evaluative Mediationen – hauptsächlich in der Wirtschaft, narrative Mediation – hauptsächlich in Australien und der facilitativen Mediation, die eher der Moderation zuzuordnen ist. Die evaluative Mediation bewertet die Rechtslage mit, was in der transformativen Mediation allenfalls ganz zum Schluß durch beratende Rechtsanwälte geschieht. Ansonsten geht es bei der transformativen Mediation zunächst um die Befriedung der Ehepaare und dann um die Lösung der Probleme, wonach die Lösung lediglich in eine rechtswirksame Form gebracht wird (Abschlußvertrag).

Mein Artikel Nr. 1) ergibt, zusammen mit den anderen Artikeln, eigentlich ein Buch, das man nicht kaufen muß. Wer fängt schon an, Bücher zu lesen, wenn er/sie in heftigen Auseinandersetzungen verstrickt sind und Emotionen die Vernunft begraben.

Ich hatte schon immer sehr viele Einzelbesucher auf der Homepage – aus aller Welt. Ganz besonders, nachdem ich den Blog veröffentlicht habe. Eine auffällige qualitative Änderung hat sich nach der Veröffentlichung der Berichte von Betroffenen ergeben. Dazu füge ich nachfolgendes Bild der ersten Seite eines meiner Statistikprogramme ein.

g-analytik 03.12.Offensichtlich wird mein Blog auch als Lehrmaterial verwendet.

Bad Mergentheim erscheint erst unter der laufenden Nr. 12 mit 5 Besucher und Tauberbischofsheim unter Nr. 26 mit 1 (einem) Besucher. Lauda Königshofen erscheint überhaupt nicht mehr, obwohl diese 3 Server ein sehr großes Gebiet abdecken.

Dies war schon einmal anders. Liegt es daran, dass ich jeden meiner Fälle qualitativ evaluiere und dies weder bei den kirchlichen Beratungsstellen, noch beim Jugendamt gemacht wird? Das wäre ein Zeichen dafür, dass ich als Konkurrent angesehen werde, was Unsinn ist und gleichzeitig bedeuten würde, dass es den genannten Stellen nicht mehr primär um das Wohl der Familien, insbesondere der Kinder, geht. Eine Beratung in Familiensachen ohne zunächst auf die transformative Familienmediation (diesbezüglich ist jeder Mediator hinsichtlich seines Grundberufs, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung nach dem Mediationsgesetz zur Auskunft verpflichtet) hinzuweisen, ist kontraproduktiv im Sinne der uns gestellten Aufgaben.

Ausführlich über die verschiedenen Mediationsarten:  Arthur Trossen.

Berichte von Betroffenen direkt.
Keine Wartezeit, bis der ganze Artikel geladen ist.

11 thoughts on “1) Mediation und Prozess im Vergleich und als Verfahren für Problemlösungen
Die Mediation als Alternative zum Prozess, insbesondere in Familiensachen

  1. 1. Kommentar: N.N. sagt:

    Sehr geehrter Herr Bohnet,

    vielen Dank noch einmal auf diesem Weg für Ihre geleistete Arbeit bei der Trennung zwischen mir und meiner Frau. Ich denke ohne Ihre Anleitung und ohne Ihre Begleitung in der Trennung hätten wir heute nicht mehr die Möglichkeit mit einander zu reden und uns auf die Möglichkeiten des Lösbaren zu verständigen. Wie Sie einmal sagten ist es nur möglich über die Rationalen Dinge eine Übereinkunft zu bilden. Aber die Trennung war für mich eine sehr Emotionale Angelegenheit bei der erst einmal ein wildes Gefühlschaos entstanden ist, aus dem ich ohne Hilfe und Beschränkung auf das wesentliche nicht heraus gefunden hätte. Deshalb hier noch einmal meinen Dank an Sie.

  2. 2. Kommentar: N.N. sagt:

    Ich kann mich nur bedanken, denn ohne diese Mediation wären wir definitiv nicht da wo wir heute sind. Für mich war besonders wichtig, den “Berg: Trennung/Scheidung” in kleinere Etappen zu unterteilen und in jeder Etappe die Sachlage mit entsprechendem Hintergrundwissen zu begleiten. Das hat mir sehr geholfen.

  3. 3. Kommentar: nn sagt:

    Sehr geehrter Herr Bohnet,
    ich wurde von Ihnen während der Trennung bis hin zur Scheidung im Zuge der Mediation begleitet.
    Ich möchte kurz meine Sichtweise der Mediation hier schildern.

    Zu Beginn der Trennung habe ich zuerst im Internet recherchiert, was es denn prinzipiell für Möglichkeiten gibt. Dabei bin ich auf mehrere Punkte aufmerksam geworden:
    1. Beratung von diversen sozialen Einrichtungen (ISUV, Caritas, Sozialamt etc.)
    2. Scheidungsanwälte
    3. Mediation

    Zuerst habe ich dann eine Beratung bei einer sozialen Einrichtung in Anspruch genommen. Dies hat mir zwar ein paar Fragen beantwortet, allerdings bin ich damit nicht sehr weit gekommen in Bezug auf die Situation zwischen meiner damaligen Frau und mir.
    Allerdings wurde mir dort die Möglichkeit Mediation empfohlen, wodurch ich auf Ihren Namen gestossen bin.

    Sie haben nicht gleich nach Lösungen gesucht, die zum damaligen Zeitpunkt wohl sowieso nicht möglich gewesen wären, sondern Sie haben zuerst die IST-Situation und unsere Emotionen damit sondiert. Das hat dazu geführt, das wir uns endlich wieder in vernünftiger Art und weise miteinander auseinander setzen konnten.
    Naürlich war die Aufarbeitung teilweise auch sehr schmerzhaft und hat einige Sitzungen in Anspruch genommen, aber es fand immer in einem sehr entspannten Rahmen statt. Sie als Mediator hatten auch ein sehr gutes Feingefühl dafür wie belastbar wir in den Sitzungen waren und haben das sehr gut gesteuert.

    Letzten Endes ist natürlich die Bereitschaft der betroffenen Personen, sich auf diesen Prozess einzulassen, maßgebend. Aber Sie haben es bei uns geschafft, diesen Prozess am Laufen zu halten und uns zu einem positiven Ergebnis zu führen.

    Was ich in diesem Prozess vermisst habe, ist die rechtliche Beratung. Ich hatte Sie deshalb nach Unterstützung gefragt, Sie dürfen diese Leistung aber gar nicht erbringen. Das finde ich für diesen Prozess extrem hinderlich. Ich musste nämlich für rechtliche Fragen extra eine Anwältin nehmen, die mich aber nicht wirklich gut beraten hat.
    Meine Anwältin hat für die reine Rechtsberatung, das Stellen des Scheidungsantrages und die Scheidung selbst, wesentlich mehr Geld verrechnet (Ich würde sagen abgezockt) als die gesamte Mediation gekostet hat.
    Dabei hat die Anwältin an sich gar keine großartigen Anforderungen erfüllen müssen. Meiner Meinung nach könnte das jeder Rechtspfleger bzw. Rechtsanwaltsgehilfe.

    Der Umweg über den Anwalt hat mich viel Energie und Geld gekostet, was aus meiner Sicht völlig unnötig gewesen wäre, wenn wir innerhalb der Mediation die rechtliche Seite der Zugewinnausgleichs-, Unterhalts- und Versorgungsausgleichsberechnungen hätten besprechen können.
    Ebenso frage ich mich, warum man für die Scheidung einen Anwalt braucht und nicht einfach der Mediator das Ganze begleitet.
    Ich bekomme das Gefühl nicht los, dass dieses Rechtsberatungsverbot für den Mediator nur für die Anwaltslobby installiert wurde.

    Alles in allem kann ich nur jedem Paar, das sich mit Trennung beschäftigt, nur wärmstens eine Mediation empfehlen, da hier die sogenannten ‚Softkeys‘ wesentlich besser Berücksichtigung finden.

  4. Das Rechtsberatungsverbot hat folgenden Grund.

    Im Jahre 1935 erließ das Nazi-Regime ein „Rechtsberatungsgesetz“, das den Zweck hatte, unliebsame Personen vom Rechtsanwaltsberuf auszuschließen. Dieses galt bis 2008 und wurde dann vom derzeit geltenden „Rechtsdienstleistungsgesetz“ abgelöst. In einer Sonderausgabe der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ (NJW) pries die damalige Bundesjustizministerin den „Übergang“ mit der Überschrift: „Vom Rechtsmissbrauchsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz“. Die unabhängige Fachwelt ist sich allerdings einig, dass sich nur der Personenkreis geändert hat und es sich einzig um ein Gesetz handelt, das der Rechtsanwaltschaft Pfründe sichern soll. Die offizielle Begründung des Gesetzgebers, es handle sich um ein Verbraucherschutzgesetz ist eine billige Ausrede. Allerdings werde ich auf dieses Thema noch näher eingehen. Die hier geäußerten pauschalen Aussagen werden der Sache nicht ganz gerecht.

    Jedenfalls: In keinem einzigen Land Europas gibt es ein entsprechendes Gesetz.

    Übrigens: Auch ein Rechtsanwalt, der eine Mediation durchführt, darf keine Rechtsberatung erteilen und auch nicht nach der Gebührenordnung abrechnen. Parteiische Anwaltstätigkeit und Mediation schließen sich gegenseitig aus. Er darf auch keinen der beiden Medianden im Scheidungsverfahren vertreten. Eine Vermischung kann schwere berufsrechtliche und strafrechtliche Folgen haben (Interessenkollision, Parteiverrat – § 356 StGB-).

    In der Mediation geht es nicht um die Rechtslage, die man letztendlich nur nach Prozessen durch alle Instanzen erfahren kann, sondern um die Lösung von Problemen in rechtlich wirksamer Form. Insofern bedarf es eigentlich keiner Rechtsberatung. § 6 Abs. 6 Mediationsgesetz: Der Mediator „hat die Parteien, die ohne fachliche Beratung an der Mediation teilnehmen, auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Vereinbarung bei Bedarf durch externe Berater überprüfen zu lassen.“ Von Rechtsanwälte ist da nicht die Rede.

    Der Mediator darf keine Anspruchsgrundlage für eine Seite überprüfen und deren Erfolgsaussichten beurteilen. Das wäre eine parteiische Handlung und der Mediator nicht mehr neutral. In der Praxis ist das aber belanglos, denn auch ein Rechtsanwalt kann heutzutage keine sichere Prozessprognose mehr stellen. Ganz besonders nicht in Familiensachen.

  5. 5. Kommentar: UK sagt:

    Mein Exmann und ich sind sehr zufrieden, daß wir die Mediation gemacht haben. Wie es bei vielen Paaren ist und war, war es auch bei uns, daß wir nicht mehr richtig miteinander reden konnten. Unser Mediator hatte sehr viel Einfühlungsvermögen, hat aber auch klare Regeln aufgestellt, an die wir uns zu halten hatten. Er vermittelte so gut, daß wir aufgrund von Disziplin und der nötigen Sachlichkeit uns einigen und eine saubere Trennung und Scheidung vollziehen konnten.
    Dazu nochmal vielen herzlichen Dank. Ihnen eine gute Zeit und weiterhin viel Erfolg.

  6. 6. Kommentar: n.n. sagt:

    Ich möchte mich hiermit noch einmal ganz herzlich bei unserem Mediator Herr Bohnet bedanken! Ich hätte niemals gedacht, dass mein Exmann und ich jemals wieder normal miteinander reden können. Zu Beginn unserer Sitzung konnten wir nicht mehr normal miteinander sprechen, sondern haben uns entweder angeschwiegen oder uns angeschrien! Herr Bohnet hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, das unsere Scheidung reibungslos verlief und wir wie gesagt, wieder miteinander sprechen können. Ohne Herrn Bohnet hätten wir das nicht hinbekommen und das zu diesem Service – vielen Dank! Ich kann nur jedem raten, der eine Trennung vor sich hat, mit dem Mediator sich in Verbindung zu setzen.

  7. 7. Kommentar: Anja Schüßler sagt:

    Die Trennung von meinem Ex-Mann und der Verlust meiner Familie war das schlimmste und schmerzhafteste Ereignis in meinem Leben.

    Sehr geehrter Herr Bohnet,

    ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns auf diesem schweren Weg begleitet haben.
    Die Mediation wurde mir vom Caritas-Verband Tauberbischofsheim empfohlen, als ich diesen im November 2013 nach der Trennung aufsuchte.
    Die erste Sitzung fand im März 2014 statt.
    Am Anfang der Mediation erklärten Sie uns ausführlich und mit viel Zeit den Ablauf. Ich fühlte mich in Ihrer geschaffenen Atmosphäre sofort wohl.
    Bereits im Mai 2014 kamen wir zu einer Vereinbarung über den Trennungsunterhalt.
    Das war für mich der Knackpunkt – ich bekam Sicherheit über meine finanzielle Lage.
    Leider gab es zwischen meinem Ex-Mann und mir dann einige unschöne Ereignisse. Sie hatten auch in diesem emotionalen Bereich ein offenes Ohr für die Probleme und standen uns auch hier zur Seite. Sie setzten sich mit meinem Psychologen, den ich auf Grund psychischer Probleme nach der Trennung benötigte, nach beiderseitiger Entbindung von der Schweigepflicht, in Verbindung und tauschten sich mit ihm aus. Daraufhin regten Sie eine 8-wöchige Kontaktsperre mit meinem Ex-Mann an, damit sich beide Seiten wieder beruhigen konnten.
    Im September führten wir die Mediation fort.
    Bereits im Oktober hatten wir dann Vorschläge für den nachehelichen Unterhalt und den Zugewinn.
    Der Vertrag wurde dann von Ihnen nach unseren Vorgaben verfasst.
    Sie begleiteten uns zum Notar zur Unterzeichnung.
    Im August 2015 wurden wir dann nach 24 Ehejahren geschieden.

    Fazit:

    Es ist ein Weg, der sehr viel Energie kostet und am Anfang noch nicht zu erkennen ist, wie es ausgehen wird.
    Ich habe so manches Mal darüber nachgedacht, die Sache den Rechtsanwälten zu überlassen. Ich bin jetzt aber froh, dass ich mich für den Weg der Mediation entschieden habe. Zum einen, weil wir gemeinsam nach einem gütlichen Lösungsweg suchten, zum Anderen, weil wir uns Beide damit erhebliche Anwaltskosten gespart haben.

    Der Mediator handelt neutral und ergreift keine Partei.

    Herr Bohnet hatte uns am Anfang der Mediation gesagt, dass wir überrascht sein werden, zu welchem Ergebnis wir am Ende kommen werden.
    Er hatte Recht.

    Der Weg über die Mediation hat sich auf alle Fälle gelohnt.

    DANKE

  8. 8. Kommentar: CG sagt:

    Mediation – ein guter Weg

    Die Trennung liegt nun schon einige Jahre zurück.
    Vor Beginn der Mediation bei Herrn Bohnet waren mein ExMann und ich in einer Sackgasse: Zerrüttung, Schweigen, Hilflosigkeit.
    Wir waren auch in einer Eheberatung, doch nachdem sich herausstellte , dass diese Ehe nicht mehr zu retten war, war mein damaliger Mann nicht bereit, diesen Prozeß fortzuführen.
    Das Ziel: eine „saubere“ Trennung nicht zuletzt auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
    Vor dem Hintergrund, dass wir ein gemeinsames Kind haben und ein Leben lang Eltern bleiben werden, wollten wir auch nach der Trennung noch aufrecht miteineander umgehen können.
    Die Mediation mit Herrn Bohnet hat dazu geführt, dass Struktur in unsere Trennungswünsche gebracht wurde. Im Ergebnis haben wir einen Ehevertag daraus entwickelt, der zu unserer beider Zufriedenheit die wirtschaftlichen Verhältnisse regelt. Dieser Vertrag wurde notariell beglaubigt und war die Grundlage der drei Jahre später stattgefundenen Scheidung.
    Die Mediation war eine Möglichkeit mit Hilfe eines Moderators den Knoten aus Hilflosigkeit , Schweigen zu lösen. In vielen Sitzungen brachte Herr Bohnet mit uns gemeinsam Struktur in die Vorstellungen, die wir bezüglich der Trennung hatten.
    Im Zuge der Scheidung musste ich auch einen Anwalt kontaktieren und habe da erst gemerkt, wie schnell eine rechtsanwaltliche Begleitung in einer aggressiven Auseinandersetzung hätte münden können.
    Die Mediation war eine Möglichkeit, dies zu vermeiden. Die Vorrausetzungen waren geschaffen und die rechtsantwaltliche Begleitung nur noch Formsache.
    In Deutschland geht eine Scheidung ohne Anwalt leider nicht.
    Ich empfehle es noch heute Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind und die schlimme Zeit der Trennung nicht durch unnötigen Kampf verkomplizieren wollen. Es ist ein guter Weg und uns hat er sehr geholfen.
    Vielen Dank

  9. Liebe Leserinnen und Leser

    Zwei Rückmeldungen zum Artikel wurden mir mündlich mitgeteilt. Ich möchte sie nicht zurück halten, nur weil sie Kritik enthalten.

    a) Der Artikel ist zu lang.

    b) Es wird zu viel „verraten“.

    Zu a):

    Schon der Portner (Himmelspförtner Petrus) sagte im weithin bekannten Theaterstück „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“: „Die Preußen sprechen ihren ganzen Denkvorgang mit. Der Bayer gibt’s Ergebnis nur bekannt.“

    Als in der sandigen Märkischen Heide geborener Preuße und bayerischer Volljurist konnte ich nicht anders, als zu versuchen, beides zu vereinen und die Bekanntgabe der Ergebnisse (Kommentare) sogar nicht unbedingt echten Bayern zu überlassen, die dafür aber aussagekräftiger sind, als die übliche Floskel, der Mediator hülfe den Medianden zu einer selbstbestimmten Lösung.

    Die Ernsthaftigkeit der Situationen, nämlich Entscheidungen von so großer Tragweite, wie sie im Zuge von Trennungen und Scheidungen getroffen werden, gebieten es, dass ihnen auch adäquat Aufmerksamkeit gewidmet wird.

    Dabei sind die Informationen, die der Artikel enthält nur solche, die durchaus allgemein, aber besonders dem angehenden Mediator vor(!) der eigentlichen Ausbildung bekannt sein sollten. Und damit komme ich

    zu b).

    Ich warne davor zu versuchen, den dargestellten Ablauf der Mediation einfach nachzumachen! Die Realität ist um Dimensionen schwieriger.

  10. 10. Kommentar: R.sagt:

    Ich kann über die Tätigkeiten von Herrn Bohnet nur positiv berichten. Es ging hier um einen jahrelangen Umgangsstreit zwischen dem Kindsvater und der Kindsmutter. Herr Bohnet wurde hier als Umgangspfleger bestellt. Der Umgangspflegschaft ging ein ca. fünfjähriger Umgangs- und Sorgerechtsstreit voraus, worunter auch das Kind sehr litt. In seiner Tätigkeit brachte Herr Bohnet es fertig, dass trotz verhärteter Fronten zwischen den Eltern ein halbwegs planmäßiger Umgang stattfinden konnte. Herr Bohnet engagierte sich außerordentlich und hatte bei seinen Entscheidungen und Anordnungen stets das Kindswohl vor Augen. Sehr förderlich war dabei auch das Zusammenspiel zwischen juristischem und psychologischem Fachwissen. Ich bedaure sehr, dass die Umgangspflegschaft endete und möchte Herrn Bohnet für sein Engagement sehr danken.

    11. Kommentar N.N. sagt:

    Guten Tag Herr Bohnet,

    zunächst einmal vielen Dank für Ihre Mediation.

    Auch wenn die Mediation in meinem Scheidungsfall durch Folgen von ungünstigen Umständen, die sich vorher angebahnt hatten, nicht abgeschlossen werden konnte, konnte ich in den Gesprächen meine persönliche Sichtweise auf die familiäre Situation ordnen. Ich bin der Meinung, dass die Mediation der richtige Weg ist, eine gerechte und sachliche Lösung für eine Trennung nach einer langjährigen Ehe herbeizuführen.

    Der Mediation ging eine ergebnislos verlaufende einjährige Eheberatung voraus. Die Beratung fand leider nur an Gesprächsabenden im Vier-Wochen-Rhythmus statt. Es entstand ein Gefühl des Zeitdruckes während der einzelnen Gespräche. Aus meiner Sicht führte diese Möglichkeit dadurch in eine Sackgasse.

    Es hat sich dann herausgestellt, dass die Mediation eine gute Möglichkeit ist, eine Scheidung ohne kostenintensive Anwaltsvertretung durchzuführen. Jedoch müssen beide Parteien für diese Form der Trennung offen und an einer einvernehmlichen und gerechten Lösung interessiert sein. Der Mediator verhält sich absolut neutral und versucht zwischen den Parteien zu vermitteln.

    Herr Bohnet hat nicht nur die soziale Kompetenz, sondern auch die juristischen Kenntnisse, um ausreichend fundierte allgemeine Hinweise zu geben. Bereits nach zwei Sitzungen innerhalb eines Monats (November 2014) waren ein klares Konzept entwickelt und erste Schritte zur Verwirklichung eingeleitet.

    Leider konnte die Mediation aus den oben genannten Gründen Umstände) ab Dezember 2014 nicht mehr fortgeführt werden und die Scheidung wurde mit Hilfe von Anwälten durchgeführt. Dies zog sich dann bis vor kurzem hin und kostete ein Vielfaches, als bei der Mediation zu erwarten war.

    Aus meiner Sicht sollte ein Gespräch bei einem Mediator vor jeder Scheidung zur Pflicht werden, um eine gütliche Einigung vor der Scheidung zu erarbeiten.

19) Ein klein wenig stolz bin ich schon.
Bei Google unter dem Suchwort "mediation" und 45 Millionen 300 Tausend Einträge auf Seite 1 an 9. Stelle

Google 1

Googl 2

Übrigens ist das Wort „allparteilich“ in der Definition ganz oben auf dieser Seite unsinnig, wie so manches, was über die Mediation verbreitet wird, auch.

Wie soll das gehen? Heute so, morgen so? Ich bezeichne das als scheinwissenschaftliches Gebrabbel.

Der Mediator hat unparteiisch zu sein. Meinetwegen kann er sich auch als neutral bezeichnen. Er kann auch sagen, dass er eine allseits wertschätzende Haltung gegenüber den Medianden hat.

Das reicht aus.

Ergänzung:  Seite 1 am 15.07.2016 zum Suchwort „mediator“ unter 26 Millionen 400.000 Einträge als erster echter Mediator.

Google 3

18) Aufmerksam zuhören
Eine Übung

Eine  Redakteurin einer Zeitung hat mich einmal böse gerüffelt, dass ich meinen Artikel Nr. 1) mit den Worten begann: „Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit“. Das schrecke nur ab. Hiermit mute ich der Leserschaft genau das nochmals zu. Ich bin überzeugt, Sie werden es nicht bereuen. Der nachfolgende Beitrag ist ja nicht von mir.  Also:  Für Bier, Wein oder sonstiges (Knabberzeug) sorgen (Kinder in’s Bett gebracht), nochmal auf’s Klo gegangen und dann lehnen Sie sich zurück. Und bitte nicht vergessen. Für Sie wird es voraussichtlich recht  lustig  sein. Für mich als Mediator hingegen geht es ohne eine (partei) politische Bewertung einzig um das genaue zuhören um dann vielleicht verstehen zu können, was in unserer Gesellschaft in die falsche Richtung läuft. Und nun, viel Spaß mit

„Große Kleinkunst“

(Die Verbindung zur Mediathek dauert etwas.)

50 Jahre unterhaus.

50 Jahre Unterhaus 1

Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

Mit besten Grüßen

Bernd Bohnet

 

Zu Artikel 16) „Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit“
Mit weiteren Analysen von Frau M.

Artikel 16) Der Gedanke, Mediation endlich stärker in die Lebenswelt zu integrieren bzw. Mediation zuzulassen, ist ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung, oder nicht?

Beim ersten Lesen fiel mir auf, dass 100.000,- €/ Jahr wohl einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen. Kann man so valide Beobachtungen machen über Erfolg und Misserfolg staatlich geförderter Mediationen? Immerhin steht Mediation hier auf dem Prüfstand!

Der oben erwähnte Verein ist mir nicht geläufig, die Vermutung von Herrn Bohnet, was verfolgt werden soll, kann ich jedoch nicht von der Hand weisen.

Es beunruhigt mich allerdings mehr, dass ein Team aus Rechtsanwälten, Psychologen und Mediatoren gewählt wurde. Welche Rechtfertigung hat solch ein Team?

Muss die Mediation sich erst beweisen und neben dem mittig sitzenden Mediator wirkt rechts der Jurist und links der Psychologe?

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was damit bezweckt werden soll. Psychologen haben eine vollkommen andere Auffassung von Konflikten als Juristen. Ein Jurist sieht in aller Regel in einem Konflikt die rechtlichen Ansprüche und potentielle Mandaten, die eine Vertretung brauchen. Welche Rolle kommt nun dem Mediator in diesem Dreiergespann zu?

Hier mag das Prinzip „viel hilft viel“ attraktives Werbemittel sein. Kritiker werden an dieser Stelle entgegnen: „Viele Köche verderben den Brei.“

In der Mediation gibt es bereits seit Jahr und Tag die Möglichkeit der Co-Mediation (meist arbeiten zwei Mediatoren im Team), die Vermittler können sich somit austauschen, regulieren, ergänzen. Häufig haben beide Mediatoren nicht denselben Grundberuf, weswegen auch Ansichten unterschiedlicher Professionen im Einklang gebracht werden müssen und dies kann dem Verfahren dienlich sein.

Außerdem: Ein wenig erfahrener Vermittler, könnte beispielsweise von einem sehr erfahrenen Mediator profitieren. Ein Dritter würde evtl. als stiller Beobachter auftreten, denn alleine das Zusehen kann am Anfang der Karriere sehr hilfreich sein und es entsteht keiner Partei ein Schaden.

Das wäre eine mögliche Alternative zu obigen Expertenteam.

Eine letzte Anmerkung möchte ich mir erlauben: Die theoretische Ausbildung der meisten Träger BAFM, DGM, BMe.v. ist in ihrer fachlichkeit nicht zu kritisieren und auch die aktive Betreuung der Studenten ist individuell und nah, im Gegensatz zu den Massenstudiengängen an Präsenz-Universitäten.

Eines kann jedoch keiner der Verbände garantieren: Die Kunst der Mediation im wirklichen Leben praktizieren zu können.

Diese Fertigkeit muss jeder Vermittler eigens erlangen, erreichen, erarbeiten.

An dieser Stelle sehe ich den Gesetzgeber im Fokus, denn es gibt keine verbindlichen Auflagen für die Ausbildung im Hinblick auf die Praxis.

Es wäre schön, wenn praktische Fähigkeiten ernsthaft in das Berufsbild des Mediators einbezogen und hierfür auch eine Grundlage geschaffen würde. Aktuell sieht es nämlich so aus, dass man bei der Erlangung des praktischen Handwerks hauptsächlich auf sich gestellt ist. Damit meine ich nicht, dass man als junger Mediator so naiv ist zu glauben, man würde an die Hand genommen.

Es ist allerdings eine große Herausforderung ein Netzwerk zu schaffen aus Mentoren, von denen man wirklich lernen kann.

Vielen Dank

M.

Sehr geehrte Frau M.

Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir zeigt, dass Sie die Grundprobleme der Mediation bei uns scharfsinnig und realistisch einschätzen. Sie wird allenthalben weit unterschätzt und wenn Sie schreiben, dass „viel hilft viel“ (bzw. eben nicht) und dafür die Frage stellen, ob nicht eher gilt: „Viele Köche verderben den Brei.“, dann sind Sie der harten Realität näher, als Sie vielleicht glauben. Sie haben das natürlich feinsinniger ausgedrückt. Ich werde dazu noch Klartext schreiben.

Ich stimme Ihnen u.a. auch vollkommen zu, wenn Sie schreiben:

„Eines kann jedoch keiner der Verbände garantieren: Die Kunst der Mediation im wirklichen Leben praktizieren zu können. Diese Fertigkeit muss jeder Vermittler eigens erlangen, erreichen, erarbeiten.“

Das ist schlicht und einfach richtig!

Auch wenn ich den von Ihnen beschriebenen Weg nach vielen Jahren noch nicht zu Ende gegangen bin, werde ich gerne, soweit ich kann, hilfreich sein und (die Mediation stammt aus der Steinzeit) vorläufig eine „moderne“  Version der Hoffnung(?) einbringen: (Es geht vorwärts …)

Vielen Dank

Bernd Bohnet

17) Das kostenlose Informationsgespräch – wo ist das Problem?
Allenfalls der Mediator hat da ein Problem. Für die Betroffenen ist es ein Service.

Fast alle Mediatoren sind im Interesse der Bekanntmachung der Mediation bereit, das Vorgespräch, das nur dann einen Sinn macht, wenn dabei die Sache soweit besprochen wird, dass ein Entwurf eines Mediationsvertrags gefertigt wird, damit die Betroffenen überhaupt eine Entscheidung treffen können, ob sie sich auf eine Mediation einlassen wollen. (Dies trifft allerdings auch auf den Mediator zu!)

Was ist schon dabei, Familienangelegenheiten und andere Schwierigkeiten in privater, unverbindlicher Weise, kostenlos und diskret, einmal formlos und unter neutraler Führung auf bessere Möglichkeiten hin zu überprüfen, als teure und nervenaufreibende rechtliche Auseinandersetzungen mit ungewissem Ausgang anzufangen. Die Entwicklung eines rechtlichen Streits endet sehr oft in einem ruinösen Desaster. Das muss nicht sein!

Eine solche Einführung entspricht der Phase 1 des Mediationsverfahrens und ist eigentlich kostenpflichtig und wenn der Richter nach § 135 oder 156 FamFG ein kostenloses Beratungsgespräch anordnen (!) und dabei den Mediator benennen kann, so ist das dem Umstand zu verdanken, dass der Richter weiß, welcher Mediator dazu bereit ist. Ansonsten käme nämlich eine gesetzlich vorgesehene Nötigung des Mediators in Frage und diese liegt nur deshalb nicht vor, weil der „angestrbete Zweck (nicht) als verwerflich anzusehen ist.“ (Abs 2) und zudem der Richter vom Einverständnis des Mediators weiß.

Letztendlich verhält es sich hier so, wie bei einem Arzt, der einen Eingriff beim Patienten vornimmt und damit Körperverletzung beghet und nur deshalb nicht bestraft werden kann, weil das Einverständnis des Patienten vorliegt.

Der Service für die Streitparteien.

Die Zurückhaltung und Skepsis, die viele Streitparteien der Mediation entgegen bringen, kann (hat) viele Ursachen haben. Eine der Hauptgründe liegt darin, dass die Menschen seit Ende des 19. Jahrhunders  daran gewöhnt sind, Streitigkeiten gerichtlich auszutragen. Ganz entgegen der davor jahrhundertelangen Übung, wo Rechtsstreitigkeiten im Normalfall in mediativer Weise, wenn auch unter anderen Namen und von anderen Personen, beigelegt wurden.

Dies wird hier noch ein gesondertes Thema sein.

Jedenfalls: Wer den Service des Informationsgesprächs, das aber auch tatsächlich von einem Mediator erfolgen muss – sonst ist es sinnlos – nicht in Anspruch nimmt und gleich lieber Briefe von Rechtsanwälten schreiben lässt, braucht sich danach über die oft schmerzhaften Folgen nicht zu beklagen. Ich hatte schon einige Paare bei mir, wo Beide Betroffenen oder auch nur eine Seite bereits eine Scheidung im prozessualen Streit hinter sich hatten, und derartiges nicht noch einmal erleben möchten.

16) Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit
Wie? Und was steckt dahinter?

Neueste dpa – Meldung –  Berliner Morgenpost

29.02.2016, 05:51

http://www.morgenpost.de/berlin/article207101473/Berlin-hilft-Eltern-finanziell-bei-Trennungsstreit.html

Berlin hilft Eltern finanziell bei Trennungsstreit

Wenn sich Paare trennen, leiden oft auch die Kinder darunter. Mit einem Pilotprojekt soll deshalb erkundet werden, wie sich Familienstreitigkeiten in Berlin ohne Gerichtsurteil klären lassen. Anliegen sei, mit einer Mediation einen aufreibenden und teuren Rosenkrieg bei der Trennung von Paaren zu vermeiden, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Es sei besser, in Gesprächen mit professioneller Unterstützung einvernehmliche Lösungen zum Wohle betroffener Kinder zu finden.

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15) Mediation geht vor Beratung
Gesellschaftliche Veränderungen bedürfen adäquater Antworten auf die Probleme, die dadurch entstehen.

Im ersten Artikel dieses Blogs wurden u.a. die wesentlichen Unterschiede zum Prozess dargestellt. Ich füge die drei diesbezüglich grundsätzlich wichtigsten hier noch einmal nacheinander ein und hoffe, dass sich so ein kompakteres und übersichtlicheres Bild ergibt. Dann folgen einzelne Gebiete.

Grafik 15) a)

grundstrukturprozessmediation

Grafik 15 b)ablauf2ganzGrafik 15 c)

vergleich3

 

Mediation bei Schwierigkeiten in Umgangssachen

Hier zunächst eine Grafik, die die Grundproblematik darstellen soll und die eigentlich nicht nur der Fachwelt bekannt sein dürfte. Trotzdem zunächst einmal. Sie trifft auf die ganz überwiegende Zahl der Fälle zu.  Es gibt allerdings auch Situationen, wo dieses einfache Schema, das nicht nur Vorsätze, sondern auch Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften zur Voraussetzung hat, keine Gültigkeit haben kann. Diese sind gesondert zu behandeln, besonders, wenn äußere Umstände zur Wirkung kommen.

Grafik 15 d)

paarelternebene

Ich habe noch nie eine Mutter oder einen Vater  sagen hören, dass ihr oder ihm das Wohl der Kinder im Zuge einer Trennung egal seien. Nein! Auseinandersetzungen „solle/dürfe ‚ net auf die Kinner gehe“. Wie kommt es dann aber, dass Gerichte, Jugendämter, Beratungsstellen, Psychologen, Gutachter, Ärzte, Psychosomatische Kliniken und Psychiatrien u.a. ständig damit beschäftigt und bemüht sind, die Nichteinhaltung der edlen Vorsätze der Eltern in den Griff zu bekommen?

Die Hauptursache liegt darin, dass nicht versucht wurde oder es nicht gelungen ist, das Verhältnis der Eltern auf der Paarebene soweit zu befrieden, dass diese wenigstens auf der Elternebene angemessen kommunizieren können. Auch im Hinblick auf den Versuch des Berliner Justizsenators, den ich oben (Beitrag 16) beschrieben habe, sei nun eine Grafik eingefügt, die zeigen soll, dass man nicht in naiver Weise davon ausgehen kann, eine Mediation sei umso einfacher, je weniger Gegenstände sie betreffe. Gerade für Sorgerecht, Umgang und Unterhalt trifft dies nicht zu! Im konkreten Einzelfall wird man diese Sachen kaum isoliert behandeln können.

Grafik 15 e)

Störungen auf der Elternebene ...

Die (ursächlichen) Möglichkeiten bei Sorgerechts- Umgangs- und Unterhaltssachen sind so vielfältig, wie in sonst kaum einem Bereich auf der Paarebene. Sie haben sowohl historische, als auch Gründe, die in der gesellschaftlichen Entwicklung (besonders seit der Scheidungsreform 1977) liegen. Sie verlangen dem Mediator mehr Empathie, Geduld, Ausdauer und mediatorisches Geschick ab, als zum Beispiel eine Vermögensauseinandersetzung zur Beendigung einer Zugewinngemeinschaft.

Fortsetzung 18.03.2016

Die oben aufgezählten Personen und Institutionen (es gibt noch wesentlich mehr „Bemühte“) versuchen, Umgangsschwierigkeiten in Trennungssituationen und Kämpfe auf diesem Gebiet  hauptsächlich mittels Symptombehandlung  durch Recht (Gerichte) Beratung (psychologisch) oder Heilung (Therapieformen) zu verbessern.

Das Mediationsverfahren beschäftigt sich zunächst mit dem Paarkonflikt und mit den Personen, die von diesem Konflikt betroffen sind und bemüht sich, den Beteiligten zu ermöglichen, die Entwicklung bis zur aktuellen Situation zu verstehen.

Mediation = Verstehen vermitteln!

Keine wissenschaftlichen (meist pseudowissenschaftlichen) „Erkenntnisse“ (bis hin zur Esoterik) oder Aufzählung von Umgangsmodellen, so, als wenn man sich solche wie aus einem Katalog aussuchen müsste und was nicht im Katalog steht gibt es nicht oder ist nicht gut, können da weiter helfen.

Die einzigartige individuelle Situation der Konfliktbetroffenen wird dabei außer Acht gelassen.

Überhaupt ist hinsichtlich Ratschläge größte Vorsicht geboten und sie sind im Allgemeinen auch überflüssig.

Die in Deutschland weitgehend praktizierte Symptombehandlung vieler einzelner Hilfsbeteiligter mit teilweise völlig unterschiedlichen Ansätzen oder nur Derivate auf der Grundlage von Karl Rogers (dort ist der Unterschied besonders im pekuniären Bereich gegeben) unter Ignorierung der fachgerechten Mediation, hat, was eine sinnvolle Reaktion auf die gesellschaftliche Entwicklung in neuerer Zeit betrifft, Deutschland an den hintersten Platz in Europa gebracht.

Das „Gesetz zur Förderung der Mediation …“ (2012) hat bewirkt, dass uns dieser Platz auch noch lange sicher ist.

Die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates? Für mindestens 1/3 der Familien (Scheidungsfamilien) gilt dies bei uns nicht. Da sollten die verantwortlichen Ministerien einen Blick nach Österreich (Artikel 9 I), der Schweiz (Artikel 9 II) oder Frankreich (Artikel (9 III) werfen. Besonders das Bundesministerium für Familien, aber erst recht die entsprechenden Ministerien der Länder bis hin zu den regional zuständigen Dezernaten.

Ich habe noch nicht erlebt, dass, wenn die Paarebene ausreichend befriedet werden konnte, es irgendwelche gravierende Umgangsschwierigkeiten gab. Dagegen, werden sie unter großem Aufwand und weiterer Eskalationen gerichtlich ausgetragen, muss dies oft sehr teuer bezahlt werden. Mit Schäden bei den Kindern, die man dann mit hohem finanziellen Aufwand therapeutisch, ärztlich, in Heimen und letztendlich im Gefängnis oder Psychiatrien versucht zu „reparieren“. Die Spätfolgen sind unabsehbar.

Die Mediation bietet keine Erfolgsgarantie: Sie aber nicht einzubeziehen oder gar vorsätzlich auszugrenzen bzw. zu ignorieren verstößt nicht nur gegen den Verfassungsauftrag, sondern auch gegen christliche Ethik. Und zu dieser hat sich unser Staat sogar in der Präambel zum Grundgesetz verpflichtet. Sie beginnt mit den Worten: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, …“.

14) Der Güterichter
Die Tätigkeit des Güterichters (auch als Mediator) ist verfassungswidrig

Da mein Blog eine sehr weite Verbreitung gefunden hat, und nicht nur Deutschlandweit gelesen wird, worauf es mir allerdings besonders ankommt, (ansonsten noch in 44 Ländern), möchte ich etwas los werden, was mir von besonderer Bedeutung erscheint. Vielleicht haben die Leserinnen und Leser schon bemerkt, dass die Gerichte immer wieder Presseartikel über Richter veröffentlichen lassen, die auch Mediationen durchführen. Die Presse ist für so etwas eben leichter zu begeistern, wenn z.B. ein Gerichtspräsident verkündet, dass an seinem Gericht Güterichter auch Mediation machen – und dies kostenlos -, als wenn ein einzelner Mediator von kostenpflichtigen außergerichtlichen Mediationen berichten kann oder darf.

Dabei wurde der Güterichter von den Politikern mit dem Argument in die Welt gesetzt, dass die Mediation als solche in der Bevölkerung bekannt gemacht wird. Keinesfalls, dass sie Aufgabe von Richtern sein soll.

Zwischenzeitlich hat die Realität die eigentlichen Motive zutage treten lassen. Der Güterichter dient nur dazu, den Druck auf die Parteien zur Vergleichsbereitschaft zu erhöhen.

Ich habe in keinem einzigen der zahllosen Artikel von Justizministern und Gerichtspräsidenten über (ihre) Güterichter gelesen, dass sich die Parteien den Weg und die Kosten (bei einem Streitwert von 30.000,- mit Vergleich mindestens 9.430,66) hätten sparen können, wenn sie vorher eine erfolgreiche außergerichtliche Mediation gemacht hätten. Selbst bei einer erfolglosen Mediation, was sich normalerweise spätestens nach der 2. Phase, also der ersten richtigen Sitzung (250 – 500 €) herausstellt, fällt das nicht mehr besonders ins Gewicht und ist zudem sehr unwahrscheinlich, wenn eine sorgfältige Vorbesprechung stattgefunden hat.

Deutschland ist nicht nur das einzige Land in Europa, das Pfründe über ein Rechtsdienstleistungsgesetz sichert, sondern auch systematisch in verfassungswidriger Weise Rechtsprechung verhindert!

Hier ein Ausschnitt meiner diesbezüglichen Kommentierung:

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13) Und nochmals stimme ich uneingeschränkt zu
Die Mediation muss bei den Bürgern bekannt gemacht werden.

Auf der Veranstaltung zur Mediation im Landgericht Arnsberg (hier klicken) war der obige Untertitel praktisch das Ergebnis.

Sie, Herr Patrik Sensburg MdB führten aus: „Nach Einführung des Gesetzes ist wichtig, dass die Möglichkeit der Mediation den Bürgerinnen und Bürgern bekannt ist, so dass sie hiervon Gebrauch machen können. Wenn das gelingt, dann wird die Mediation in Deutschland Erfolgsgeschichte schreiben“

Und wenn es nicht gelingt?

Ich mache mich keineswegs darüber lustig, gerade nicht auf Sie bezogen, denn ich habe miterlebt, wie Sie sich nicht nur im Bundestag, sondern schriftlich und auch sonst bei jeder Gelegenheit für das Mediationsgesetz eingesetzt haben. Letztmalig auf einem Kongress im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages, als es um die vertrackte Situation ging, dass der Bundesrat auf Initiative und  Zusammenwirken aller LänderjustizministerInnen jeglicher Couleur gegen den einstimmigen(!) Beschluss des Deutschen Bundestages Einspruch eingelegt hatte und die ganze Sache im Vermittlungsausschuss landete. Dort kam dann das bis heute äußerst umstrittene Ergebnis heraus, daß der „Güterichter“ ins‘ streitige Verfahren implementiert (platziert) wurde.

Aber, wer verbreitet jetzt die außergerichtliche Mediation?

Einzelne Personen, wie ich, mit meinem Blog? Na, das wird wohl nicht ganz reichen. Ich glaube langsam, wir befassen uns besser mit der Frage: „Und wenn es nicht gelingt?“ Dann steht für mich fest: Deutschland hat zum Schaden der Familien und besonders der Kinder wieder einmal eine große Chance verpasst. Diesbezüglich wird Art. 6 Grundgesetz immer mehr zur reinen Floskel!